Apropos🎲: Schönschreiben

Sie erinnerte sich wieder einmal daran, wie ihre Mutter mit ihr damals das Schönschreiben geĂĽbt hatte, „die Bögen der ms mĂĽssen bis an die zweite Hilfslinie gezeichnet werden, Erin“. Doch kleine Kinder hatten meist noch keinen Sinn fĂĽr Linien und Grenzen, und so verhungerten Erins „m“-Bögen immer einige Millimeter unter der zweiten Hilfslinie. Ihre „ms“…

In the 0-Zone – Teil 1

Eine SETZ`sche Betrachtung 16.3. Freitag. 6:50 Sitzen im Flixbus zur Buchmesse nach Leipzig. Ich freue mich auf die gewaltige Ansammlung von Buchstaben, auf die Stadt und auf Clemens SETZ – ob nun körperlich oder als Roboter anwesend. Während sich die Autobahn wie ein Schreibmaschinenband vor dem Bus ausrollt, beginnt es in mir zu schreiben. 10:30…

Westliches Denken vs. Ă–stliches Denken

oder: Was ich durch die Korrektur der Masterarbeit einer Chinesin ĂĽber ihre Muttersprache erfahren habe FrĂĽher in der Schule habe ich mich gewundert, warum bei meinen Erörterungen immer eine so schlechte Note rauskam. In allen anderen Textsorten – Gedichtinterpretation, Figurenbeschreibung,  – erzielte ich die besten Ergebnisse, und dann – bämm – drĂĽckte die eine fiese Erörterung am Ende…

Lesetipps fĂĽr alle Jahreszeiten

Ein Buch, die fast noch in den Winter passt, weil es so dĂĽster und schemenhaft ist wie ein Januartag: Pablo de Santis` Die Ăśbersetzung. Da ich selbst auch Ăśbersetzerin bin, hat mich der Titel natĂĽrlich sofort angesprochen. Es geht um eine Ăśbersetzerkonferenz in Puerto Esfinge, einer fiktiven Stadt an der argentinischen KĂĽste. UrsprĂĽnglich nur hingefahren,…

Leseimpressionen: May Sarton

[…] Friends, even passionate love, are not my real life unless there is time alone in which to explore and to discover what is happening or has happened. Without the interruptions, nourishing and maddening, this life would become arid. Yet I taste it fully only when I am alone here […]   For a long…

Leseimpressionen: Hélène Cixous

Ich bin eine Frau. Wann? So oft wie möglich und notwendig. Und vor allem dann, wenn ich beginne, ein neues Haus zu bauen oder ein neues Buch ins Leben zu rufen, mit den rituellen und ängstlichen ersten Schritten. Oder vor allem bei der ungeschickten, versuchsweisen GrĂĽndung einer zerbrechlichen, provisorischen Stadt, die ich lebendig, aber zitternd…